Faunistisch-Floristisches Informationsportal des Saarlandes und der Saar-Mosel-Region

Alopochen aegyptiaca (Linnaeus, 1766)

Eine Beobachtung melden

Aktuelle Nachweise

Weltweite Verbreitung (CABI)

Deutsche Namen

Nilgans

Erkennungsmerkmale

Die Nilgans gehört zu den afrikanischen Halbgänsen (Tadorninae) und misst vom Schnabel bis zum Schwanz 63 bis 73 cm, wobei die Männchen tendenziell etwas größer sind als die Weibchen. Das Gefieder ist größtenteils bräunlich, hervorstechend sind die dunklen Augenflecken und der kastanienbraune Halsring. Der Schnabel ist matt rosarot gefärbt und dunkel umrandet. Stimmlich machen die Männchen durch heisere Zischlaute auf sich aufmerksam, wohingegen die Weibchen laut schnattern.

Herkunft, Einwanderungsweg und Ausbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Nilgans erstreckt sich über weite Teile Afrikas südlich der Sahara sowie über das obere Niltal. Seit dem 17. und 18 Jahrhundert wurde die Art in Großbritannien und Mitteleuropa als Ziervogel eingeführt und konnte aufgrund von mutwilligen Freisetzungen und Ausbüchsen einzelner Individuen aus der menschlichen Gefangenschaft eigenständige Brutpopulationen in der freien Natur ausbilden. Erste Brutnachweise in Deutschland gab es in den 1980er Jahren, wobei die Tiere vermutlich über den Unteren Niederrhein aus den Niederlanden eingewandert sind. Seither konnte sich die Art hierzulande über die Flussniederungen rasant ausbreiten. Inzwischen erstreckt sich das Areal der Nilgans über weite Teile Deutschlands. Größere Waldflächen und Landschaften mit einem Mangel an geeigneten Oberflächengewässern werden von dem Wasservogel gemieden.

Lebensraum, Ökologie

Die Nilgans besiedelt Ufer reich strukturierter Stillgewässer sowie Aue-Bereiche von Flüssen und Bächen in halboffenen Landschaften. Hier ernähren sich die Tiere hauptsächlich herbivor von Gras, Samen und Blättern, aber auch kleine Insekten und Würmer werden gelegentlich verspeist. Die Brutplätze befinden sich meist in Gewässernähe und sind sehr vielgestaltig. So werden unter anderem Erdllöcher, Bodennester in geschützter Umgebung und verwaiste Greifvogelnester in größeren Höhen zum Nisten genutzt. Die Tiere sind monogam und und beschränken sich in der Regel auf eine Brut pro Jahr. Die Hauptbrutzeit der Tiere reicht von Mai bis April, jedoch werden auch im späteren Jahresverlauf regelmäßig Bruten beobachtet. Eier und Pulli fallen gelegentlich Füchsen, Greifvögeln oder Rabenkrähen zum Opfer. Adulten Nilgänsen fehlt es in Deutschland weitgehend an natürlichen Feinden.

Problematik

Nilgänse zeigen während der Brutzeit ein stark territoriales Verhalten. Durch die aggressiven Manöver können einheimische Wasservogelarten beim Brutgeschäft stören oder gänzlich aus bestimmten Gebieten vergrämen. Auch die Nahrungskonkurrenz kann einheimische Wasservögel beeinträchtigen. Zudem können Nilgänse Trittschäden auf Agrarflächen hervorrufen.

Ausgewählte Quellen und weiterführende Literatur

Gedeon, K., Grüneberg, C., Mitschke, A. & Sudfeldt, C. (Edit.) (2014): Atlas deutscher Brutvogelarten. 1. Aufl. – Stiftung Vogelmonitoring Deutschland & DDA, Münster. 800 S.

Huysentruyt, F., Callaghan, C. T., Strubbe, D., Winston, K., Adriaens, T. & Brooks, D. M. (2020): Egyptian Goose (Alopochen aegyptica Linnaeus, 1766). – In: Downs, C. T. & Hart, L. A. (Eds.): Invasive birds. Global trends and impacts: 206–212. CABI, Wallingford, Oxfordshire, Boston.

Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz NRW, Kurzbeschreibung

Neobiota in Österreich – Steckbrief

 

Nilgans (Alopochen aegyptiaca)

Foto: J. Jeschke

Vorkommen invasiver Neobiota gesucht

  • Chinesischer Muntjak
  • Kamberkrebs
  • Riesen Bärenklau
  • Nordamerikanische Schmuckschildkröte
  • Drüsiges Springkraut
  • Bisamratte
  • Chinesische Wollhandkrabbe
  • Schmalblättrige Wasserpest
  • Marderhund
  • Gelbe Scheincalla
  • Marmorkrebs
  • Signalkrebs
  • Götterbaum
  • Blaubandbärbling
  • Waschbär
  • Nutria
  • Echte Seidenpflanze
  • Asiatische Hornisse
  • Roter Amerikanischer Sumpfkrebs
  • Nilgans
  • Gemeiner Sonnenbarsch