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Impatiens glandulifera Royle

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Nachweise im Saarland

Aktuelle Nachweise

Deutsche Namen

Drüsiges Springkraut

Aussehen

Das Drüsige Springkraut ist eine einjährige, krautige Pflanze, die bis zu 3 m hoch werden kann. Die Blätter sind gegenständig, oben auch quirlständig (meist 3 Blätter) am Stängel angeordnet. Sie sind lanzettlich, scharf gezähnt und bis 25 cm lang und 5 cm breit. Blattstiel und -grund sind drüsig. Ihre weißen, rosa oder roten Blüten besitzen einen Sporn und sind in Trauben angeordnet. Die Blütezeit ist von Juli bis Oktober. Als Frucht besitzt sie 3–5 cm lange Kapseln, die bei Berührung aufspringen.

Herkunft, Einwanderungsweg und Ausbreitung

Das Ursprungsgebiet des Drüsigen Springkrauts ist der westliche Himalaja. Sein Areal erstreckt sich von Nord-Pakistan über Kaschmir bis Indien. Dort kommt die Art zwischen 1800 und 3200 m bzw. 1600 bis 4300 m Höhe vor. Sie besiedelt dort vor allem feuchte Nadelwälder und deren Lichtungen, Straßengräben und Ackerränder. An Bachläufen ist sie selten, an Flüssen ist sie im Himalaja noch nicht beobachtet worden.

Die Art wurde 1839 als Zierpflanze nach England eingeführt und später auch als Bienenweide angepflanzt. In England wurden die ersten wildwachsenden Pflanzen schon 1855 gefunden. Zur Ausbreitung haben aber vor allem Imker beigetragen, die die Art vielfach als Bienentrachtpflanze ausgebracht haben. In der Schweiz gab es bereits 1904 Berichte über Verwilderungen, von dort erfolgte wohl die Besiedlung rheinabwärts nach Baden-Württemberg, wo sie in den 1920er Jahren schon stellenweise häufig war. Kurz danach begann auch die Besiedlung außerhalb des Rheintals, besonders nach Aussaat durch Imker. Die Art gilt heute als eingebürgert.

Aktuell wird die Art durch Samen und mit kontaminiertem Erd- und Kiesmaterial ausgebreitet. Eine Pflanze kann bis über 4000 Samen produzieren die aus der reifen Kapsel ausgeschleudert werden dabei Entfernungen bis 7 m erreichen können. Mit fließendem Wasser kommt es zu Fernausbreitung über sehr weite Distanzen, bei starker Strömung werden die Samen am Grund mit dem Sediment transportiert, getrocknete Samen können auch schwimmen. Auch mit fließendem Wasser verdriftete Sprossteile können zu ganzen Pflanzen heranwachsen.

Vorkommen im Saarland

In Saarland ist Impatiens glandulifera mittlerweile weit verbreitet und häufig. Sie kann entlang der meisten Fließgewässer angetroffen werden. Die Ausbreitung an noch nicht besiedelte Wuchsorte hält weiterhin an.

Lebensraum

Das Drüsige Springkraut kann ein breites Spektrum an Böden besiedeln, von nährstoffreichen bis nährstoffarmen mineralischen Böden bis hin zu Torfen. Entlang von Gewässern wächst es in Uferstaudengesellschaften auf feuchten bis nassen Standorten, kommt aber auch auf Feuchtwiesen, Grabenränder, Auwäldern und Forsten vor. Auch in stark anthropogen geprägten Flächen, wie z.B. in Siedlungen, Straßengräben oder an Waldwegen ist es häufig anzutreffen.

Problematik

Das Drüsige Springkraut bildet an Bächen dichte Dominanzbestände aus. Über die Verdrängung anderer Pflanzenarten durch das Springkraut gibt es jedoch unterschiedliche Ansichten, sie reichen von "sehr problematisch" bis "praktisch kein Effekt". Die auffälligen Dominanzbestände des Springkrauts entwickeln sich erst im Hochsommer, so dass andere Pflanzen bis zum Frühsommer relativ ungestört wachsen und z.T. auch zur Blüte kommen können, bevor es durch seine Höhe und Dichte zu Beschattung führt.

Ausgewählte Quellen und weiterführende Literatur

Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352: 1-202. Download [PDF] (Seite 112-113)

Bundesamt für Naturschutz BfN, Neobiota - Artenhandbuch

Neobiota in Österreich – Steckbrief

Vorkommen invasiver Neobiota gesucht

  • Chinesischer Muntjak
  • Kamberkrebs
  • Riesen Bärenklau
  • Nordamerikanische Schmuckschildkröte
  • Drüsiges Springkraut
  • Bisamratte
  • Chinesische Wollhandkrabbe
  • Schmalblättrige Wasserpest
  • Marderhund
  • Gelbe Scheincalla
  • Marmorkrebs
  • Signalkrebs
  • Götterbaum
  • Blaubandbärbling
  • Waschbär
  • Nutria
  • Echte Seidenpflanze
  • Asiatische Hornisse
  • Roter Amerikanischer Sumpfkrebs
  • Nilgans
  • Gemeiner Sonnenbarsch