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Lysichiton americanus Hultén & St. John

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Aktuelle Nachweise

Deutsche Namen

Gelbe Scheincalla, Amerikanischer Stinktierkohl, Riesenaronstab

Aussehen

Die Gelbe Scheincalla ist eine ausdauernde Pflanze. Sie kann bis zu 1,2 m hoch werden. Die Art wächst meist in Gruppen, die durch verdickte Rhizome verbunden sind. Die grundständigen, ungeteilten und gestielten Blätter sind verkehrt eiförmig und können bis zu 1,5 m lang werden. Der bis zu 20 cm lange, grüne Kolben wird von einem hell gelben Hochblatt (Spatha) umgeben und trägt bis zu 350 gelb-grüne Einzelblüten. Die Pflanze enthält Milchsaft, blüht zwischen April und Mai und bildet Beeren als Früchte. Verwechselt werden kann die Gelbe Scheincalla am ehesten mit zwei weiteren in der Literatur ebenfalls als Stinktierkohl bezeichneten Araceen: dem nordamerikanischen Symplocarpus foetidus, der jedoch eine braunrote bis gelblichgrüne, dick-bauchige und plötzlich zugespitzte, an eine Muschel erinnernde Spatha ausbildet sowie mit dem kleineren asiatischen Stinktierkohl (Lysichiton camtschatcensis (L.) Schott), der eine weiße Spatha besitzt.

Herkunft, Einwanderungsweg und Ausbreitung

Die Gelbe Scheincalla ist ursprünglich im westlichen Nordamerika beheimatet, wo sie von Alaska bis Kalifornien vorkommt

Sie wurde als Zierpflanze im Gartenbau und durch Botanische Gärten nach Europa gebracht. Vielfach wird sie absichtlich im Freiland in der Umgebung von Teichen angepflanzt. Die weitere Ausbreitung erfolgt dann durch Samen entlang von Fließgewässern und durch Tiere (z. B. Nagetiere, Vögel).

In Deutschland wurden Verwilderungen der Gelben Scheincalla zunächst Anfang der 1980er Jahre aus dem Taunus (Hessen) gemeldet. Dort wurde die Art in Quellbereichen und bachbegleitenden Auwäldern an mehreren Stellen von einem Gärtner angepflanzt und hat sich mit tausenden von adulten und jungen Pflanzen massiv ausgebreitet.

Vorkommen im Saarland

Verwilderte Vorkommen sind aus dem Saarland bisher noch keine bekannt geworden, wenngleich die Art, angepflanzt an Teichen, immer wieder angetroffen werden kann.

Lebensraum

In ihrem ursprünglichen Areal besiedelt sie naturnahe, beschattete Ufer von Fließgewässern, Quellen, Sümpfe und Bruchwälder mit sauren Böden. Die verwilderten Vorkommen in Deutschland finden sich in vergleichbaren Lebensräumen im Uferbereich von Bächen, Gräben, innerhalb bachbegleitender Auwälder und in vermoorten Quellbereichen.

Problematik

Die großen und wuchskräftigen Pflanzen können sich rasch an den Standorten ausbreiten und heimische Arten verdrängen.

Ausgewählte Quellen und weiterführende Literatur

Nehring, S., Kowarik, I., Rabitsch, W. & Essl, F. (2013): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen. BfN-Skripten 352: 1-202. Download [PDF] (Seite 130-131)

A. König & S. Nawrath (1992): Lysichiton americanus Hultén & St.John (Araceae) im Hochtaunus, In: Botanik und Naturschutz in Hessen 6, 103–107.

R.Fuchs, H. Kutzelnigg, G.B. Feige, P. Keil (2003): Verwilderte Vorkommen von Lysichiton americanus Hultén & St. John (Araceae) in Duisburg und Mülheim an der Ruhr. In: Tuexenia 23, 373–379. Download [PDF]

Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz NRW, Kurzbeschreibung

Neobiota in Österreich – Steckbrief

Vorkommen invasiver Neobiota gesucht

  • Chinesischer Muntjak
  • Kamberkrebs
  • Riesen Bärenklau
  • Nordamerikanische Schmuckschildkröte
  • Drüsiges Springkraut
  • Bisamratte
  • Chinesische Wollhandkrabbe
  • Schmalblättrige Wasserpest
  • Marderhund
  • Gelbe Scheincalla
  • Marmorkrebs
  • Signalkrebs
  • Götterbaum
  • Blaubandbärbling
  • Waschbär
  • Nutria
  • Echte Seidenpflanze
  • Asiatische Hornisse
  • Roter Amerikanischer Sumpfkrebs
  • Nilgans
  • Gemeiner Sonnenbarsch