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Procyon lotor Linnaeus, 1758

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Aktuelle Nachweise

Weltweite Verbreitung (CABI)

Deutsche Namen

Waschbär

Aussehen

Waschbären gehören zu den Kleinbären, einer eigenständigen, kleinen Raubtierfamilie, die auf Amerika beschränkt ist. Die Tiere werden 40 bis 60 cm groß und besitzen einen 20 bis 40 cm langen Schwanz. Das Gesicht zeigt eine charakteristische, schwarze, maskenartige Zeichnung, die von weißem Fell umgeben wird. Der dichte Pelz ist langhaarig und grau bis braun gefärbt, der Schwanz besitzt mehrere dunkle Ringe.

Waschbären können mit Marderhunden verwechselt werden. Der Marderhund, den gleichfalls eine Gesichtsmaske kennzeichnet, unterscheidet sich vom Waschbären durch die deutlichere Trennung derselben durch einen hellen Streifen zwischen den Augen, die kleinen Ohren, den Backenbart sowie besonders durch das Fehlen der Schwanzringe.

Herkunft, Einwanderungsweg und Ausbreitung

Die Heimat des Waschbären ist das gemäßigte und warme Nord- und Mittelamerika. Hier ist er von von Kanada bis Panama verbreitet, fehlt nur in den höheren Lagen der Gebirge, den borealen und arktischen Regionen und in extremen Trockengebieten.

Das heutige Vorkommen in Deutschland und Mitteleuropa geht ganz wesentlich auf eine beabsichtigte Ansiedlung der Art im Edersee-Gebiet in Nordhessen zurück. Die erste Aussetzung erfolgte dort 1934. Heute leben Waschbären in ganz Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, in den Niederlanden, in Luxemburg, in Teilen Belgiens und im Norden Frankreichs.

Lebensraum, Ökologie

Waschbären sind dämmerungs- und nachtaktive Allesfresser. Sie klettern häufig auf Bäume, wo sie die Nacht in Baumhöhlen verbringen. Die anpassungsfähigen Tiere bevorzugen Altholzbestände in Gewässernähe. Sie dringen als Kulturfolger auch in die Randzonen und Grüngürtel der Siedlungen und Städte ein und leben hier in den Parks und Gärten. Müllkippen und Obstplantagen werden zur Nahrungssuche genutzt. Daneben kommen sie in agrarisch geprägten Gebieten vor, jedoch müssen Bäume vorhanden sein, auf die die Tiere ggf. flüchten können. Die Weibchen werfen einmal im Jahr 2 bis 4 Junge, die nach 1 bis 2 Jahren geschlechtsreif werden.

Das Suchen und Sammeln der Nahrung geschieht überwiegend am Boden. Früchte werden jedoch auch vom Baum gefressen und Vogelnester auf Bäumen oder in Nistkästen fallen Waschbären hin und wieder zum Opfer. Bei der Nahrungssuche sind die „Hände“ eine wesentliche Hilfe, entsprechende Tast- und Suchbewegungen im Wasser haben wohl zum Namen „Waschbär“ geführt. Untersuchungen in Deutschland (Hessen, Westfalen) haben ergeben, dass die Nahrung etwa zu je einem Drittel aus Pflanzen (u. a. Getreide und Obst), wirbellosen Tieren und Wirbeltieren, besonders aus Lurchen und Fischen, besteht. Kaninchen und Hasen spielten unter den Wirbeltieren eine untergeordnete Rolle.

Problematik

Waschbären fressen unter anderem Eier und Jungvögel sowie Amphibien, Reptilien und Fische; negative Auswirkungen auf Sumpfschildkröten und Gelbbauchunken sind dokumentiert. Schäden in der Landwirtschaft (z. B. an Obstbäumen) und an Bauwerken (Reinigungskosten, Abwehrmaßnahmen) sind ebenfalls dokumentiert.

In Siedlungsgebieten können sie durch Ausräumen von Mülltonnen und Abernten von Obstbäumen lästig werden. Zudem richten die Tiere Schäden auf Dachböden an, die sie als Schlafplatz nutzen.

Ausgewählte Quellen und weiterführende Literatur

Nehring, S., Rabitsch, W., Kowarik, I. & Essl, F. (2015): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Wirbeltiere. BfN-Skripten, 409 Download [PDF] (Seite 62-63)

Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz NRW, Kurzbeschreibung

Neobiota in Österreich – Steckbrief

Invasive Species Compendium

Vorkommen invasiver Neobiota gesucht

  • Chinesischer Muntjak
  • Kamberkrebs
  • Riesen Bärenklau
  • Nordamerikanische Schmuckschildkröte
  • Drüsiges Springkraut
  • Bisamratte
  • Chinesische Wollhandkrabbe
  • Schmalblättrige Wasserpest
  • Marderhund
  • Gelbe Scheincalla
  • Marmorkrebs
  • Signalkrebs
  • Götterbaum
  • Blaubandbärbling
  • Waschbär
  • Nutria
  • Echte Seidenpflanze
  • Asiatische Hornisse
  • Roter Amerikanischer Sumpfkrebs
  • Nilgans
  • Gemeiner Sonnenbarsch