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Vespa velutina nigrithorax (Buysson, 1905)

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Aktuelle Nachweise

Weltweite Verbreitung (CABI)

Deutsche Namen

Asiatische Hornisse

Aussehen

Die Asiatische Hornisse ähnelt auf den ersten Blick der Europäischen Hornisse (Vespa cabro), ist jedoch mit einer Körperlänge von etwa 2,5 cm bei den Arbeiterinnen und von etwa 3 cm bei den Königinnen etwa einen halben Zentimeter kleiner als die entsprechenden Kasten der einheimischen Wespenart. Weitere Unterschiede bestehen in der Färbung: So ist der Hinterleib der Asiatischen Hornisse überwiegend dunkel gefärbt, wobei die Abdominalsegmente gelb eingefasst sind und das vierte Abdominalsegment eine breitere, leuchtend gelbe Bande aufweist. Der Hinterleib der Europäischen Hornisse erscheint dagegen aufgrund der höheren Gelbanteile heller. Charakteristisch für die Asiatische Hornisse sind des Weiteren die gelb gefärbten Beinspitzen.

Herkunft, Einwanderungsweg und Ausbreitung

Die nach Europa eingeschleppte Varietät der Asiatischen Hornisse Vespa velutina var. nigrithorax war ursprünglich im ostasiatischen Raum, nämlich zwischen Indien und Myanmar beheimatet. Im Jahr 2004 trat die Art erstmalig im Departement Lot-et-Garonne im Südwesten Frankreichs auf, wobei vermutet wird, dass die Hornissen unbeabsichtigt mit einer Lieferung von Keramik-Töpfen aus der Region Shanghai mitgeführt wurden. Von Süden her breitete sich das Insekt binnen kurzer Zeit rasant über ganz Frankreich aus, wobei heute aus nahezu allen Departements des französischen Festlandes sichere Artnachweise bestehen. Die Asiatische Hornisse gilt als wärmeliebende Art und kommt heute außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes vornehmlich im Südwesten Europas vor. In Deutschland erfolgte der Erstnachweis im Jahr 2014 im baden-württembergischen Waghäusel. Danach konnte die Art in einigen weiteren Bundesländern beobachtet werden, darunter im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfahlen und Hamburg.

Lebensraum, Ökologie

Die asiatische Hornisse ist eine staatenbildende Art, wobei ein Volk zwischen 4 000 und 10 000 Tiere umfassen kann. Da die befruchteten Königinnen längere Zeit überwintern und alleine neue Kolonien bilden können, birgt ihre Verschleppung ein großes Ausbreitungspotenzial. Die papierartigen Nester messen einen Durchmesser etwa 40 bis 60 cm. Sie werden zumeist in hoch gelegenen Teilen von Baumkronen angelegt. In Ausnahmefällen werden auch Gebäudebereiche zum Nestbau genutzt. Aus Frankreich ist bekannt, dass die Art überwiegend Wald- und Stadtränder, sowie ländliche Siedlungsgebiete und Flussniederungen besiedelt. 

Das Nahrungsspektrum der Asiatischen Hornisse ist relativ breit, so umfasst es neben Insekten und deren Larven unter anderem Blütennektar und die Säfte reifer Früchte. Bei manchen Imkern gilt die Hornisse als gefürchtete Jägerin, da einige Individuen einen Großteil ihres Nahrungsbedarfs über Honigbienen decken. Dabei lauern die flinken Hornissen den heimkehrenden Honigbienen vor deren Stock auf und überwältigen sie. An die Hornissenlarven wird lediglich die proteinreiche Flugmuskulatur der Honigbienen verfüttert, wobei der Kopf, die Extremitäten und der Hinterleib im Vorfeld abgetrennt werden.

Problematik

Die asiatische Hornisse wird in erster Linie aufgrund ihrer Angriffe auf Honigbienenvölker als problematisch angesehen, wobei es eine wichtige Rolle spielt, ob die Bienenvölker bereits durch andere Faktoren, wie beispielsweise widrige Witterungsbedingungen oder Parasitismus, geschwächt sind. Zudem tritt die eingeschleppte Art in Nahrungskonkurrenz mit der einheimischen Europäischen Hornisse.

Auch Menschen können von der eingeschleppten Art Tier gestochen werden, wobei Angriffe bei vorsichtigem Verhalten gut vermieden werden können. Die Schadwirkung der Stiche ist wohl mit der der Europäischen Hornisse vergleichbar.

Ausgewählte Quellen und weiterführende Literatur

Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz NRW, Kurzbeschreibung

Neobiota in Österreich – Steckbrief

Frelon Asiatique » Biologie (mnhn.fr)

Witt, R. (2010): Kommt die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) bald auch in Deutschland vor? Zur aktuellen Expansion von Wespenarten. – In: Witt, R. (Ed.): Hautflügler in Niedersachsen. 2. Aufl.: 8–15. NABU Niedersachsen, Hannover.

 

Vorkommen invasiver Neobiota gesucht

  • Chinesischer Muntjak
  • Kamberkrebs
  • Riesen Bärenklau
  • Nordamerikanische Schmuckschildkröte
  • Drüsiges Springkraut
  • Bisamratte
  • Chinesische Wollhandkrabbe
  • Schmalblättrige Wasserpest
  • Marderhund
  • Gelbe Scheincalla
  • Marmorkrebs
  • Signalkrebs
  • Götterbaum
  • Blaubandbärbling
  • Waschbär
  • Nutria
  • Echte Seidenpflanze
  • Asiatische Hornisse
  • Roter Amerikanischer Sumpfkrebs
  • Nilgans
  • Gemeiner Sonnenbarsch