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Pacifastacus leniusculus (Dana, 1852)

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Aktuelle Nachweise

Weltweite Verbreitung (CABI)

Deutsche Namen

Signalkrebs, Schwedischer Krebs, Schwedenkrebs, Kalifornischer Krebs, Amerikanischer Edelkrebs

Aussehen

Der Signalkrebs ist ein höherer, bis 16 cm großer, zehnfüßiger Krebs (Decapoda) aus der Familie der Flusskrebse (Astacidae). Sein Körper ist glatt und braun gefärbt. Am Gelenk des Scherenfingers befindet sich meist ein (namensgebender) weißer Fleck, die Scherenunterseite ist rot gefärbt.

Herkunft, Einwanderungsweg und Ausbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Signalkrebses sind die nordwestlichen Bundesstaaten der USA sowie die südwestlichen Staaten Kanadas, westlich der Rocky Mountains.

Nach Europa wurde die Art 1960 zunächst nach Schweden eingeführt, um sie als Ersatz für den Edelkrebs nutzen zu können. Durch schwedische Nachzuchten sowie durch direkt importierte Krebse wurden zahlreiche weitere Gewässer in Nord- und Mitteleuropa besetzt. Häufig wird die Art mit dem heimischen Edelkrebs verwechselt und in andere Gewässer umgesetzt bzw. zum Verkauf angeboten.

Vorkommen im Saarland

Die Art ist bisher nur aus wenigen Fließ- und Stillgewässern im Saarland nachgewiesen. Größere Vorkommen sind im Einzugsgebiet der Prims und der Blies bekannt, zudem gibt es Neufunde in der Oster und im Todtbach.

Lebensraum, Ökologie

Der Signalkrebs lebt bevorzugt in kühlen Fließgewässern mit etwas härterem Wasser (erhöhter Kalkgehalt). Seine grundsätzlichen Ansprüche an die Gewässer sind durchaus mit denen des Edelkrebses vergleichbar, dem er auch äußerlich sehr ähnlich ist. Er ist allerdings auch auf schlammigen Gewässergründen anzutreffen und ist toleranter gegenüber höheren Wassertemperaturen. Die Art neigt zur Bildung von Massenbeständen.

Die Weibchen legen zwischen 1500 und 3000 Eier, die Tiere werden nach 1 bis 2 Jahren geschlechtsreif und leben bis zu 4 Jahre. Der Signalkrebs ist vorwiegend nachts aktiv und versteckt sich tagsüber in selbst gegrabenen Wohnhöhlen. Er ernährt sich von Wasserpflanzen, Laub, Schnecken, Muscheln, Würmern, Flohkrebsen, Insektenlarven und Aas.

Problematik

Der Signalkrebs überträgt die Krebspest, eine aus Nordamerika stammende Pilzinfektion, gegen die heimische Flusskrebsarten keine Abwehrmechanismen besitzen und nach einer Infektion innerhalb von zwei Wochen sterben. Durch direkte Prädation und Veränderung des Habitats kann er bei hohen Bestandsdichten Pflanzen- und Tierartengemeinschaften verändern und lokale Bestände, z. B. von Amphibien, negativ beeinflussen.

Zudem sind durch Prädation und die verursachten Veränderungen der Makrophytenbestände negative Auswirkungen auf Fischbestände möglich.

Ausgewählte Quellen und weiterführende Literatur

Klos, C. (2008): Rote Liste und Faunenliste der Flusskrebsarten des Saarlandes. 1. Fassung. In: Minister für Umwelt und DELATTINIA (2008): Rote Liste gefährdeter Pflanzen und Tiere des Saarlandes. S. 555-562.

Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz NRW, Kurzbeschreibung

Neobiota in Österreich – Steckbrief

Invasive Species Compendium

Vorkommen invasiver Neobiota gesucht

  • Chinesischer Muntjak
  • Kamberkrebs
  • Riesen Bärenklau
  • Nordamerikanische Schmuckschildkröte
  • Drüsiges Springkraut
  • Bisamratte
  • Chinesische Wollhandkrabbe
  • Schmalblättrige Wasserpest
  • Marderhund
  • Gelbe Scheincalla
  • Marmorkrebs
  • Signalkrebs
  • Götterbaum
  • Blaubandbärbling
  • Waschbär
  • Nutria
  • Echte Seidenpflanze
  • Asiatische Hornisse
  • Roter Amerikanischer Sumpfkrebs
  • Nilgans
  • Gemeiner Sonnenbarsch